Archiv der Kategorie: Humor und Poesie

Kartoffel – du Gipfel meines Entzückens!

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Die Kartoffel!

 

 

 

 

 

 

Jetzt schlägt deine schlimme Stunde,
du Ungleichrunde,
du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
du Vielgequälte,
du Gipfel meines Entzückens,
jetzt kommt der Moment des Zerdrückens,
mit der Gabel – sei stark!
Ich will auch Butter und Quark
oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
Musst nicht gleich so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?
Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist ein rührend junges Blut.
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
so tröst dich damit, du wundervolle Pellka,
dass du eine Edelknolle warst
und dass dich ein Kenner verschlingt.

Joachim Ringelnatz

Höhe des Sommers – Gedicht von Hermann Hesse

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Das Blau der Ferne klärt sich schon
vergeistigt und gelichtet
zu jenem süßen Zauberton,
den nur September dichtet.

Der reife Sommer über Nacht
will sich zum Feste färben,
da alles in Vollendung lacht
und willig ist zu sterben.

Entreiß dich, Seele nun der Zeit,
entreiß dich deiner Sorgen
und mache dich zum Flug bereit
in den ersehnten Morgen.

Methoden der Mitarbeiter-Demotivation

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VOR ANWENDUNG WIRD AUSDRÜCKLICH GEWARNT!

Kritisieren Sie Ihre Mitarbeiter ständig!
Kontrollieren Sie Ihre Mitarbeiter fortwährend und kleinlich!
Seien Sie ständig schlecht gelaunt und unfreundlich!
Schieben Sie Ihre Fehler Ihren Mitarbeitern in die Schuhe!
Seien sie ungerecht und unzuverlässig!
Treffen Sie Entscheidungen im stillen Kämmerlein!
Heimsen Sie Lob und Anerkennung nur für sich ein!
Gehen Sie allen Problemen aus dem Weg!
Lassen Sie Ihre Mitarbeiter in schwierigen Situationen allein!
Geben Sie keine Verantwortung ab!
Ziehen Sie bestimmte Mitarbeiter vor!
Reagieren Sie gereizt auf Kritik!
Informieren Sie Ihre Mitarbeiter so wenig wie möglich!
Interessieren Sie sich nicht für Ihre Mitarbeiter solange sie gut arbeiten!
Werfen Sie ständig Ihre eigenen Entscheidungen um!
Lassen Sie Ihre persönlichen Probleme an Ihren Mitarbeitern aus!
Stellen Sie sich immer in den Vordergrund!
Seien Sie starrsinnig und rechthaberisch!
Profilieren Sie sich auf Kosten Ihrer Mitarbeiter!
Seien Sie aufgesetzt und unnatürlich!
Seien Sie undiplomatisch und suchen Sie bei jeder Gelegenheit Streit!
Geben Sie auf keinen Fall eigene Fehler zu!

Die “AUVA-Ameise” frei nach “Die Ameise”

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Jeden Morgen kam die fleißige Ameise fröhlich zur Arbeit. Sie liebte ihre Arbeit. Da verbrachte sie die Zeit des Tages arbeitend immer ihr Liedchen summend.

So arbeitete sie fleißig vor sich hin und es gab niemanden, der sie beaufsichtigte.

Der Generaldirektor (ein großer Käfer), stellte eines Tages fest „es kann so nicht weitergehen“, und schaffte Platz für einen Supervisor. Er stellte dafür den Mistkäfer mit viel Erfahrung ein. Die erste Sorge des Mistkäfers war, die Anfangs- und Endzeiten der Arbeit zu standardisieren. Dazu erstellte er verschiedene Reports, aufgebaut auf das Thema Arbeitszeit. Bald darauf brauchte der Mistkäfer eine Sekretärin, um diese Reports vorzubereiten. Man stellte eine hübsche Spinne ein, die ein Archiv einrichtete und Telefonanrufe entgegennahm.

Und in der ganzen Zeit arbeitete die Ameise froh und munter weiter, denn ihre Arbeit gefiel ihr und von Zeit zu Zeit summte sie ein Liedchen.

Der Generaldirektor war begeistert von der Arbeit des Mistkäfers und fragte ihn nach grafischen Darstellungen und Zukunftsanalysen. So wurde es nötig, noch eine Fliege einzustellen, als Helfer für den Supervisor. Sie kauften der Fliege einen Laptop, damit alle Reports schön bunt gemacht werden können.

Die fleißige Ameise summte bald kein Liedchen mehr und beschwerte sich, da sie so viel Schreibkram auszufüllen hatte, anstatt zu arbeiten.

Deshalb beschloss der Generaldirektor, „Es muss ein Administrator für die Abteilung her, in der die Ameise arbeitet.” Diese verantwortungsvolle Aufgabe wurde der Heuschrecke übertragen, die als erstes verlangte, dass man ihr einen speziellen Sessel kaufen sollte. Natürlich brauchte sie auch ein Auto, einen Laptop, ein Whiteboard und zur Kommunikation mit Untergebenen Zugang zum Intranet. Weiters brauchte die Heuschrecke auch einen persönlichen Assistenten, die Kröte, da diese schon vorher als Sekretärin bei der Heuschrecke gearbeitet hatte.

Die Ameise sang nicht mehr und wurde immer unruhiger und nervöser.

Der nächste Beschluss der Generaldirektion lautete: „Wir müssten ein Gremium von Leuten zusammenbekommen, die für eine Studie über die arbeitende Gesellschaftsschicht Daten zusammenträgt und berichtet.“ Gesagt, getan.

Die ausgesuchten Leute machten sich monatelang an die Arbeit, gegen ein beträchtliches Entgelt. In der Zwischenzeit stellte der Generaldirektor fest, die Abteilung, in der die fleißige Ameise munter vor sich hinarbeitete, brächte nicht mehr den gleichen Profit wie früher. Also wendete er sich an die Eule, eine Expertin in Sachen Geschäftemachen, die auch Tausende von Euro bekam. Sie sollte analysieren und diagnostizieren, um herauszufinden was zu tun sei. Die Eule wirbelte drei Monate in allen Büros der Firma herum, bis sie einen Abschlussbericht vorlegte, der am Ende nichts Anderes sagte als: „Es sind zu viele Angestellte – einige müssen entlassen werden.“

So folgte der Generaldirektor dem Rat der Eule, denn die kostete immerhin Tausende von Euro und kündigte der Ameise …

Sinngedicht für 2018

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Ich schenke dir ein Sinngedicht von Robert Gernhardt zum Jahreswechsel!

Robert Gernhardt, leider schon 2006 verstorben, war ein deutscher Schriftsteller, Zeichner und Maler.
Er entwickelte einen ganz eigenen Stil, beginnend mit Nonsens-Versen über humoristische Formen (welche mir besonders gut gefallen) bis zu einer vielseitigen Lyrik.
Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dichter deutscher Sprache.

Also … sei gut zu dir im NEUEN JAHR 2018!