Archiv der Kategorie: Humor und Poesie

Was denkt die Maus am Donnerstag?

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Was denkt die Maus am Donnerstag,
am Donnerstag,
am Donnerstag?

Dasselbe wie an jedem Tag,
an jedem Tag,
an jedem Tag.

Was denkt die Maus an jedem Tag,
am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag
und jeden Tag,
und jeden Tag?

O hätte ich ein Wurstebrot
mit ganz viel Wurst
und wenig Brot!
O fände ich, zu meinem Glück,
ein riesengroßes Schinkenstück!
Das gäbe Saft,
das gäbe Kraft!
Da wär ich bald nicht mehr mäuschenklein,
da würd ich bald groß wie ein Ochse sein.
Doch wäre ich erst groß wie ein Stier,
dann würde ein tapferer Held aus mir.
Das wäre herrlich,
das wäre recht –
und der Katze,
der Katze
ginge es schlecht.

Guter Rat

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O Mensch, halt ein vorm Krankenhaus.
Gehn dem einmal die Kranken aus,
dann greift man auch auf dich zurück,
und du verbleibst dort Stück für Stück.
Das präludiert mit etwas Darm,
dann schneidet man sich langsam warm
an Leber, Venen und Arterien –
so`n Krankenhaus kennt keine Ferien.
Greift nach den Alten, nach den Jungen,
nach deren Mägen, deren Lungen,
nach deren Lymphen, deren Zellen,
nach offnen wie versteckten Stellen,
nach Herz und Brust, nach Hirn und Hoden,
und bringt dich das nicht unter`n Boden,
dann doch auf Null. Was folgt daraus?

Mensch, halt dich fern vom Krankenhaus!

Methoden der Mitarbeiter-Demotivation

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VOR ANWENDUNG WIRD AUSDRÜCKLICH GEWARNT!

  1. Kritisieren Sie Ihre Mitarbeiter ständig!
  2. Kontrollieren Sie Ihre Mitarbeiter fortwährend und kleinlich!
  3. Seien Sie ständig schlecht gelaunt und unfreundlich!
  4. Schieben Sie Ihre Fehler Ihren Mitarbeitern in die Schuhe!
  5. Seien sie ungerecht und unzuverlässig!
  6. Treffen Sie Entscheidungen im stillen Kämmerlein!
  7. Heimsen Sie Lob und Anerkennung nur für sich ein!
  8. Gehen Sie allen Problemen aus dem Weg!
  9. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter in schwierigen Situationen allein!
  10. Geben Sie keine Verantwortung ab!
  11. Ziehen Sie bestimmte Mitarbeiter vor!
  12. Reagieren Sie gereizt auf Kritik!
  13. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter so wenig wie möglich!
  14. Interessieren Sie sich nicht für Ihre Mitarbeiter solange sie gut arbeiten!
  15. Werfen Sie ständig Ihre eigenen Entscheidungen um!
  16. Lassen Sie Ihre persönlichen Probleme an Ihren Mitarbeitern aus!
  17. Stellen Sie sich immer in den Vordergrund!
  18. Seien Sie starrsinnig und rechthaberisch!
  19. Profilieren Sie sich auf Kosten Ihrer Mitarbeiter!
  20. Seien Sie aufgesetzt und unnatürlich!
  21. Seien Sie undiplomatisch und suchen Sie bei jeder Gelegenheit Streit!
  22. Geben Sie auf keinen Fall eigene Fehler zu!

Überlass es der Zeit …

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Überlass es der Zeit

Erscheint dir etwas unerhört,
bist du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch`s nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlass es der Zeit.
Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
am dritten hast du`s überwunden,
alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.

Theodor Fontane (1819 – 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

Kann sein …

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Poesie von Lothar Zenetti zum Valentinstag:

Kann sein ein Jahr,
kann sein ein Tag,
vielleicht nur kurz,
ein Stundenschlag –

so ist das mit der Liebe.

Kann sein mit dir,
kann sein bei dir,
wir sagen Ich
und Du und Wir –

so ist das mit der Liebe.

Kann sein ein Blick,
kann sein ein Mund,
ein Blumengruß,
Umarmung und –

so ist das mit der Liebe.

Kann sein, kann sein,
mir ist nicht bang,
ein Tag, ein Jahr,
ein Leben lang –

so ist das mit der Liebe.

Gedicht: Weihnachtsmarkt

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Welch lustiger Wald um das hohe Schloss hat sich zusammengefunden,
ein grünes bewegliches Nadelgehölz, von keiner Wurzel gebunden!

Anstatt der warmen Sonne scheint das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst, das Räuchlein zieht um die Gipfel.

Es ist ein fröhliches Leben im Wald, das Volk erfüllet die Räume;
die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt, die fällen am frohsten die Bäume.

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs zu überreichen Geschenken,
der andre einen gewaltigen Strauch, drei Nüsse daran zu henken.

Dort feilscht um ein winziges Kieferlein ein Weib mit scharfen Waffen;
der dünne Silberling soll zugleich den Baum und die Früchte verschaffen.

Mit rosiger Nase schleppt der Lakai die schwere Tanne von hinnen;
das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach, zu ersteigen die grünen Zinnen.

Und kommt die Nacht, so singt der Wald und wiegt sich im Gaslichtscheine;
bang führt die ärmste Mutter ihr Kind vorüber dem Zauberhaine.

Einst sah ich einen Weihnachtsbaum: im düstern Bergesbanne
stand reifbezuckert auf dem Grat die alte Wettertanne.

Und zwischen den Ästen waren schön die Sterne aufgegangen;
am untersten Ast sah man entsetzt die alte Wendel hangen.

Hell schien der Mond ihr ins Gesicht, das festlich still verkläret;
weil auf der Welt sie nichts besaß, hatt‘ sie sich selbst bescheret.

Gottfried Keller (1819 – 1890) war ein Schweizer Schriftsteller und Dichter.

MUT zum Schulbeginn

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                     MUT

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
was keiner sagt, das sagt heraus
was keiner denkt, das wagt zu denken
was keiner anfängt, das führt aus
wenn keiner ja sagt, sollt ihr`s wagen
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
wenn alle mittun, steht allein
wo alle loben, habt Bedenken
wo alle spotten, spottet nicht
wo alle geizen, wagt zu schenken
wo alles dunkel ist, macht Licht

Lothar Zenetti  (* 6. Februar 1926 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Priester und Schriftsteller.