Archiv der Kategorie: GPA/VIDA-Infos

Widerstand!

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Die Bundesregierung hat neue Regelungen zur Arbeitszeit angekündigt. Wenn sie umgesetzt werden, wird das die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer viel kosten: Freizeit, Geld und Gesundheit.

Diesen Raubzug will die Regierung möglichst schnell durchziehen – ohne das übliche Begutachtungsverfahren im Parlament, in dem Kritik eingebracht und Änderungen erreicht werden können.

Dagegen mobilisieren die Gewerkschaften und der ÖGB in den kommenden Tagen und Wochen!
Es geht los mit BetriebsrätInnen-Konferenzen in allen Bundesländern. Anschließend werden in möglichst vielen Betrieben in ganz Österreich Betriebsversammlungen abgehalten. Am 30. Juni ist eine Demo in Wien geplant.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeuten die Regierungspläne:

Die Arbeitszeit wird nicht flexibler, nur länger
Im Vorschlag steht kein Wort zu Freizeit, Wahlmöglichkeit, langen Wochenenden:

• Bisher ist 12 Stunden arbeiten nur im Ausnahmefall möglich, dafür sind Betriebsvereinbarungen notwendig. Darin ist meist geregelt, dass man Überstunden ohne Begründung ablehnen kann, und in vielen Fällen bekommen die ArbeitnehmerInnen zusätzliche Freizeit.
• Künftig müssen sich die ArbeitnehmerInnen rechtfertigen, und die privaten Interessen werden mit den betrieblichen abgewogen.
• Bisher musste der Chef begründen, warum 12 Stunden notwendig sind, jetzt muss der/die ArbeitnehmerIn begründen, warum das nicht geht! Private Interessen (Familie, Freunde, Vereine, Erholung, …) werden da nicht reichen.
• Auch Arbeit am Wochenende kann leichter angeordnet werden.

Die Regierung greift ins Geldbörsel der ArbeitnehmerInnen und Arbeitnehmer
Viele ArbeitnehmerInnen werden deutlich weniger Überstundenzuschläge bekommen:

• Bei erhöhtem Arbeitsbedarf sind derzeit bis zu 60 Wochenstunden möglich – aber nur mit Betriebsvereinbarung. Betriebsräte setzen in diesen Vereinbarungen oft höhere Zuschläge oder längere Freizeitblöcke durch. Künftig gibt es auch für die 11. und 12. Stunde nur die gesetzlichen 50 Prozent Überstundenzuschlag. Die Mitwirkungsrechte der Betriebsräte werden gestrichen.
• In Zukunft kann bei Gleitzeit an fünf Tagen in der Woche bis zu 12 Stunden zuschlagsfrei gearbeitet werden. Derzeit sind bei Gleitzeit höchstens 10 Stunden täglich möglich. Jede längere Arbeitszeit geht nur mit Zuschlägen. Somit ist künftig eine zuschlagsfreie 60-Stunden-Woche möglich. Das betrifft 1 Million ArbeitnehmerInnen.
• Sehr unsicher sind die Auswirkungen der Neuregelung bei All-in-Verträgen und Überstundenpauschalen. Es ist zu befürchten, dass damit für dasselbe Geld länger gearbeitet werden muss.

Lang arbeiten macht krank und führt zu Unfällen
Viele Studien belegen die Auswirkungen von überlangem Arbeiten:

• Länger arbeiten macht müde, mehr Unfälle passieren.
• Ab der 10. Arbeitsstunde geschehen die meisten Arbeitsunfälle.
• Nach 12 Stunden Arbeit wird auch der Heimweg zur Gefahr.
• Je länger die Wochenarbeitszeit, desto mehr Herz-Kreislaufbeschwerden.
• Burn-out-Risiko steigt, wenn man regelmäßig länger als 40 Stunden arbeitet.
• Über 55 Wochenstunden: Schlaganfallrisiko steigt um 33 Prozent.
• Über 55 Wochenstunden: Herzinfarktrisiko steigt um 13 Prozent.
• Mehr Arbeit bedeutet weniger Freizeit für Erholung und gesundheitsfördernde Sport-Aktivitäten.
• Lange Arbeit muss durch lange Freizeitblöcke ausgeglichen werden. Dafür sorgt jetzt noch der Betriebsrat.

Sollte der Entwurf am 5. Juli trotzdem in dieser Form beschlossen werden, wird es weitere Aktionen geben.
Nähere Infos über alle Aktivitäten folgen demnächst.

Wir kämpfen für ein gutes Leben für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!
Hunderte Kollektivverträge und Tausende Betriebsvereinbarungen machen Arbeit flexibel. Sie sorgen für gesunde Rahmenbedingungen. Das muss so bleiben.

Flexibilität im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heißt:
• Planbare Arbeit
• Selbstbestimmung
• Kürzer arbeiten!

Mein Herz für ein soziales Österreich – wofür wir uns einsetzen!

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Wofür wir uns einsetzen:
Keine Einsparung auf Kosten einer funktionierenden Versorgung
Erhalt unseres Sozialsystems, das alle Österreicherinnen gut absichert
Kein Umbau ohne Miteinbeziehen der Betroffenen
Bevölkerung muss über Veränderung und die Folgen aufgeklärt werden
Sicherstellung, dass das Sozialsystem weiter alle absichert, es nicht zur Geldfrage wird

Mach aktiv mit!
Umso mehr sich zu unserem solidarischen Sozialsystem bekennen, umso klarer wird für handelnde Politiker, dass sie das nicht zur Machtfrage machen dürfen, umso größer wir der Druck, damit sorgsam umzugehen. Wir brauchen keine Verhältnisse wie in Ländern, in denen das Geld über die Versorgung entscheidet.

Deshalb werde aktiv, unterstütze uns und lasse nicht zu, dass unsere sozialen Errungenschaften Stück für Stück abgebaut werden.

Schreib Dich als Unterstützer ein: https://herzfuersoziales.at/

 

Übergabe der Unterschriften – DANKE Erik!

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Gestern früh erfolgte die Übergabe der Unterschriften am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt, diese wurden von Sozialministeriums-Generalsekretärin Helena Guggenbichler entgegengenommen. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Sozialversicherungsreform im Ministerrat Mitte/Ende Mai zu beschließen.Das waren ca. 112.000 Unterschriften, die der Verein #aufstehn.at mit der Online-Petition gesammelt hat und gut 78.000 Unterschriften (davon derzeit 3967 aus dem UO) in Papierform,  gesamt mehr als 190.000 Unterschriften!

Die Unterschriftenlisten füllten drei Kartoffelsäcke, transportiert wurden diese auf einem Krankenbett. Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Nationalratsabgeordneten, unter Anderem Peter Schieder, Bepo Muchitsch oder Alois Stöger unterstützt.
Gesprochen haben Susi Prager, die Initiatorin der Online-Petition, Wolfgang Katzian, künftiger ÖGB-Präsident, Christian Meidlinger (Younion), Willi Steinkellner (Vida), Barbara Teiber (GPA-djp) und unser ZBR Erik Lenz.

http://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1300/71280/ZIB-1300/13976995/Unterschriften-gegen-AUVA-Zerschlagung/14300956
https://kurier.at/politik/inland/200000-unterschriften-gegen-auva-zerschlagung/400036132
https://volksblatt.at/reform-der-sozialversicherung-laut-hofer-auf-der-zielgeraden/

8.3.2018 Internationaler Frauentag = 100 Jahre Frauenwahlrecht

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Das Frauenwahlrecht war ein großer Schritt für mehr Gleichberechtigung, eine tatsächliche Gleichstellung ist jedoch noch nicht erreicht.

Nach jahrzehntelangem Kampf, vielen Demos und Streiks wurde im Herbst 1918 in Österreich das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für alle StaatsbürgerInnen ohne Unterschied des Geschlechts eingeführt. Bei der Wahl zur österreichischen Nationalversammlung im Februar 1919 waren Frauen damit erstmals aktiv und passiv wahlberechtigt. Die ersten 8 weiblichen Abgeordneten, darunter Anna Boschek, zogen in den Nationalrat ein.

Weitere Erfolge der Frauenbewegung waren etwa die Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern und die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bis zum dritten Monat. Frauen erkämpften aber auch die Rechte, ohne Zustimmung des Mannes arbeiten, über Wohnsitz und Kindererziehung mitentscheiden und den Familiennamen wählen zu dürfen. 1978 wurde auch die Scheidung erleichtert.

Die Vergewaltigung in der Ehe oder Lebensgemeinschaft ist erst seit 1989 strafbar, Diskriminierung sowie sexuelle und allgemeine Belästigung am Arbeitsplatz seit 1993.

Im Schnitt verdienen Frauen in Österreich 21,7% weniger als Männer, erhalten 40% weniger Pension, sind stärker von Armut betroffen, verrichten einen Großteil der nicht bezahlten Arbeit und stoßen auf dem Weg zu Führungspositionen an die “berühmte” gläserne Decke.

… es gibt noch VIEL zu tun!

 

So wichtig der Lohnzettel ist, so schwer verständlich ist er oft

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Früher landete er auf dem Schreibtisch der ArbeitnehmerInnen. Inzwischen ist er in vielen Betrieben digital geworden: der Lohn- bzw. Gehaltszettel.

Das spart zwar Papier, aber der Inhalt des Lohnzettels bleibt vielen ArbeitnehmerInnen weiterhin ein Rätsel. Im Grunde ist der Lohn- bzw. Gehaltszettel nichts anderes als eine schriftliche Entgeltabrechnung. Damit sollen ArbeitnehmerInnen nachvollziehen können, wie sich ihre Einkommen zusammensetzen.

Anders gesagt: Es soll verständlich werden, wie aus Brutto Netto wurde.

Bruttolohn, Lohnsteuer, Sozialversicherung – was bedeutet das eigentlich und wieso werden diese Beiträge abgezogen?

Um diese und viele andere Fragen rund um das Thema Lohnzettel übersichtlich und kompetent zu erklären, hat der ÖGB ein neues Info-Tool eingerichtet: derlohnzettel.at